Der Akku-Fällkeil TR 24 AQ des deutschen Herstellers »Forstreich Maschinenbau« besticht vor allem durch sein geringes Gewicht und seine kompakte Bauausführung. Gemeinsam mit dem »Fortschrittlichen Landwirt« wurde der Fällkeil einem Praxistest unterzogen.


Artikel von Reinhild Jäger (Der Fortschrittliche Landwirt) und Siegfried Sperrer (FAST Traunkirchen)

 

Landwirt-Video: Akku-Fällkeil TR24-AQ 

 

Auf den ersten Blick wirkt der TR 24 AQ des Fällkeilherstellers Forstreich zierlich gegenüber seinem großen Bruder TR 30 AQ. Diesen optischen Eindruck bestätigt das Datenblatt des TR 24: Der kleine Bruder wiegt nur 2 kg bzw. 3,5 kg im Set mit dem Akku-Schlagschrauber Milwaukee M12 FIWF12 (4,0 Ah Akku). Das ist weniger als die Hälfte des Gewichts des großen Bruders, der mit dem Standard Akku-Schlagschrauber Milwaukee M18 ONEFHIWF34 (5,0 Ah Akku) 7,9 kg auf die Waage bringt. Das geringe Gewicht war für unsere Tester tatsächlich ein wichtiges Argument, dieses Werkzeug wirklich gerne in den Wald mitzunehmen. Im Vergleich dazu: Bei einer Axt und drei Keilen müssen Sie auch mit ca. 3 kg Gewicht rechnen. In einer eigenen Keiltasche kann der Keil gut am Werkzeuggurt mitgeführt werden. Der Schlagschrauber ist mit einem Klemmbügel am Gurt aufhängbar. Die Testpersonen führten Fällkeil und Schrauber aber nicht ständig am Gurt mit, sondern nur beim Anmarsch sowie bei größeren Abständen zum nächsten zu fällenden Baum. Ohne Spindel hat der Fällkeil eine Länge von 20 cm, die herausgedrehte Spindel hat zusätzlich eine Länge von 13 cm.

Fällkeil TR24-AQ im Einsatz im mittelstarken Holz (Foto: Paar)

Für mittelstarkes Holz

Als Einsatzbereich wird seitens des Herstellers mittelstarkes Holz definiert. Als mittelstarkes Holz werden Baumdimensionen von 20 bis 35 cm Brusthöhendurchmesser (BHD) bezeichnet, also bis ca. 1,5 fm. In diesen Baumstärken reicht die Hubhöhe von nur 4 cm oftmals aus, um den Baum zum Fallen zu bringen. Reicht die Hubhöhe nicht, wird – nach Festdrücken eines Sicherungskeiles – die Fällkeilspindel wieder zurückgedreht undder Fällkeil tiefer in den Fällschnitt nachgesetzt. Ein anfangs gut ausgeführter Schnabelschnitt ist dabei von Vorteil, weil der Fällkeil dann besser im Holz hält. Ein mittelgroßer Kunststoffkeil hat übrigens 3 cm Höhe. Der standardmäßig mitgelieferte Schlagschrauber Milwaukee M12 FIWF12 hat ein Drehmoment von 330 Nm und reicht für den gedachten Einsatzbereich gut aus. Dabei können die Bäume auch leicht nach hinten, also entgegen der Fällrichtung, hängen. Laut Werksangaben wird eine Hubleistung von 12 t erreicht. Das „Durchdrücken“ des Baumes durch benachbarte Baumkronen funktioniert aufgrund der geringeren Hubhöhe jedoch nicht so gut wie beim TR 30. Holzscheiben beizulegen ist dabei hilfreich, sollte aber mit großer Vorsicht angewendet werden, da sich damit der Halt des Fällkeiles am Stock verringert.

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Der TR 24 AQ ist mit nur 2 kg ein Leichtgewicht. Für unsere Tester ein guter Grund, den Fällkeil gerne in den Wald mitzunehmen (Foto: Paar)

 

Begrenzte Akku-Leistung

Die Einsatzdauer des 4-Ah-Akkus hängt hauptsächlich von der Anzahl der gefällten Bäume, den Baumdimensionen, der Hängeintensität, dem Wartungszustand und der Temperatur ab. Im Testeinsatz wurde in teilmechanisiertem Arbeitssystem gearbeitet, also mit Motorsägenentastung. Bei 20 bis 25 Bäumen pro Tag reichte ein Akku nicht aus, es wurden zwei Akkus benötigt. Für unsere Testpersonen ist es durchaus vorstellbar, dass im Winter bei kalten Temperaturen und gleichem Arbeitspensum diese zwei Akkus nicht genügen. Laut Angaben des Herstellers sind inzwischen aber auch 6-Ah-Akkus verfügbar, von denen zwei pro Tag in jedem Fall ausreichen. Für einen im wahrsten Sinne des Wortes reibungsarmen Betrieb ist die tägliche Schmierung der Gleitflächen und der Spindel wichtig. Bei der Spindel ist ein Schmiernippel vorhanden. Gegebenenfalls ist es erforderlich die Federstahlbleche auszubiegen. Die Bleche verbiegen sich leichter nach unregelmäßiger Ausführung des Schnabelschnittes.

en besonderen Vorteil des schlagfreien Fällens im Laubholz und damit der geringeren Gefahr durch nicht einsehbare bzw. herabfallende Dürräste kann der TR 24 nicht so stark ausspielen. In den vorgegebenen Baumdimensionen sind die Kronen meist überschaubarer bzw. der Dürrastanteil wesentlich geringer. Beim Einsatz in der Aufarbeitung von Schadholz nach Schneebruch haben unsere Tester das Testgerät jedoch gerne zum Fällen der verbliebenen Stammstümpfe verwendet. Für starke Rückhänger lässt sich der Fällkeil TR 24 nicht einsetzen, hier ist die Seilwinde unersetzbar. Der TR 24 ist ab 549 Euro inkl. 20 % MwSt. erhältlich. Das Set mit Fällkeil TR 24, Schlagschrauber Milwaukee M12 FIWF12, zwei 4-Ah- Akkus und einem Akku-Ladegerät kostet beispielsweise 999 Euro inkl. 20 % MwSt.

 

Richtige Arbeitstechnik

Auch beim Einsatz eines mechanischen Fällkeiles ist eine gute Fälltechnik sehr wichtig. In der Praxis hat sich vor allem beim TR 24 der Stützleistenschnitt (auch als Sicherheitsschnitt bezeichnet) bewährt. Nach Fallkerb und dem Warnruf wird der Baum – unter Berücksichtigung einer Bruchstufe – hinter der Bruchleiste angestochen und gegebenenfalls auch durchgestochen. Nach dem parallelen Vorschneiden bis zur Bruchleiste wird die Säge um ein Drittel des Durchmessers herausgezogen und der Fällschnitt anschließend nach hinten geführt. Somit bleibt auf der gegenüberliegenden hinteren Stammseite eine Stützleiste im Ausmaß von 5 bis 10 cm stehen. Nun wird auf der rückwärtigen Seite der Schnabelschnitt ausgeführt sowie der mechanische Fällkeil eingesetzt und angezogen.

Bei ausreichender Baumdimension kommt zusätzlich ein Sicherungskeil (Kunststoff) zum Einsatz. Anschließend kann die Stützleiste höhenversetzt durchtrennt und der Fällkeil mit dem Akku-Schrauber hineingedreht werden. Beginnt der Baum zu fallen, so tritt der Motorsägenführer die Rückweiche an. Den Akkuschrauber kann er dabei gerne mitnehmen, für den Fällkeil sollte aber keine zusätzliche Zeit verwendet werden – im Zweifelsfall liegen lassen! Konnte der Baum nicht durchgestochen werden, so wird, nachdem der Fällkeil gesetzt wurde, eine Stützleiste belassen. Vor dieser wird – ebenfalls höhenversetzt – der Baum wieder angestochen (maximal bis zur Baummitte) und der Fällschnitt bis zur Bruchleiste geführt. Abschließend durchtrennt man die Stützleiste dann auf dieser Fällschnitthöhe.

 

Die Stützleiste wird höhenversetzt tiefer durchtrennt, damit es zu keinem Kontakt der Sägekette mit dem Fällkeil kommt.
Nachdem die Stützleiste geschnitten ist, wird der Fällkeil mit dem Schlagschrauber hineingedreht.
Arbeiten Sie dabei mit beiden Händen, da das Drehmoment von 500 Nm eine entsprechend hohe Belastung des Handgelenkes bei Bedienung mit einer Hand verursacht.

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